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Rechenschwäche - Dyskalkulie kann Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreffen: Sie ist keine ulkige Neuerfindung oder mit einer gewissen Antipathie gegenüber dem Fach Mathematik zu verwechseln, sondern als Teilleistungsstörung definiert, bei der Betroffene zunächst nur im Bereich mathematischer Zusammenhänge und Probleme auf massive Schwierigkeiten stoßen. Schon Anforderungen, die dem Schulstoff der 1. Und 2. Klasse im Fach Mathematik entsprechen, sind nicht zu erfüllen. Dies zeigt sich im Fach Mathematik nicht nur ab dem ersten bis zweiten Schuljahr, sondern führt zu unnötigen Hürden in Ausbildung, Studium und in alltäglichen Situationen. Rechenschwäche/ Dyskalkulie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten beim Lesen der Uhr oder von Fahrplänen, wissen nicht, wie viel Wechselgeld sie zurückbekommen oder sind verunsichert bei der Anwendung einfacher Grundrechenarten, müssen mit Hilfe der Finger oder innerlich hoch- und herunterzählen. Manchmal besteht nicht nur die Teilleistungsstörung Rechenschwäche sondern auch eine Lese- Schreibschwäche ( LRS). In Tests, wie im Alltag zeigt sich bei Menschen mit Dyskalkulie/ Rechenschwäche ein meist durchschnittliches oft sogar hohes Intelligenzniveau. Im Gegensatz dazu ist ein deutliches Gefälle zu den Testteilen oder Tests deutlich, die mathematische Fertigkeiten und Fähigkeiten erfassen. Menschen mit Rechenschwäche sind oft bemüht, nicht aufzufallen und sich gut anzupassen. Dadurch bleiben die Schwierigkeiten oft zu lange verdeckt. Oft wird fälschlicherweise erhofft, das „wachse sich noch aus“. Mit intelligenten Ideen, Fleiß, phantasievollen Methoden und oft besonderen Merkfähigkeiten schaffen Betroffene es, die ihnen fremd gebliebenen Rechenstrategien durch ihre persönlichen Wege und Hilfsmethoden zu ersetzen. Als Folge entstehen oft weitere Unsicherheiten und Probleme, da schon Kinder mit Rechenschwäche und ihr Umfeld vielfältige Erfahrungen der Hilflosigkeit, Verunsicherung und Misserfolge machen, verstärktes Üben und Nachhilfe führen leider zu keinem oder nur geringem Erfolg. Nicht selten werden Betroffene als unmotiviert, „ faul“, antriebslahm oder minderbemittelt eingestuft, was nicht nur bei Kindern zu einer stark negativen Haltung sich selbst gegenüber führt. Oft wird die schwache Leistung im mathematischen Bereich zur Minderbegabung verallgemeinert. Die Wahl der weiterführenden Schulform wird zu oft durch die Teilleistungsstörung negativ beeinflusst. Dies kann dazu führen, dass entweder kein Schulabschluss erzielt werden kann oder ein den Fähigkeiten des Betroffenen nicht angemessener. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Dyskalkulie/ Rechenschwäche als „Rechenstörung“. Das heißt: als „Beeinträchtigung von grundlegenden Rechenfertigkeiten. Diese Störung beinhaltet eine umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden“ (WHO DEFINITION sowie ICD 10 F 81.2). „Wenn ein Kind von normalem Intelligenzniveau im Rechnen durchgehend schwach ist oder darin völlig versagt, so kann es berechtigt sein, eine Rechenschwäche/ Dsyskalkulie zu vermuten. Nicht jedes Kind, das schlecht rechnet, hat eine Rechenschwäche. (...) Es gibt auch nicht die Rechenschwäche, sondern so viele verschiedene Rechenschwächen, als es rechenschwache Kinder gibt. Keine gleicht exakt der anderen. Die Rechenschwäche ist ein abstrakter Sammelbegriff. Im konkreten Falle haben wir es mit der individuellen Rechenschwäche eines bestimmten Schülers zu tun.“ (Wolfensberger, 1981)
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