Dyskalkulie/ Rechenschwäche
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Skizzierung meiner Vorgehensweise:
Die nun folgenden Einheiten sind nicht als Vorgehensschema für jedes Kind/jeden Jugendlichen und Erwachsenen zu verstehen; Aufbau und zeitlicher Rahmen der Schritte variieren je nach individuellen Gegebenheiten. Dabei ist es mir wichtig ein vertrauensvolles, offenes und gutes Arbeitsverhältnis mit dem Betroffenen sowie zu den Eltern aufzubauen. In den Stunden gebe ich auch Ideen mit nach Hause, wie das Erarbeitete mit wenig Aufwand und in kleinen Zeiteinheiten zu Hause gefestigt werden kann. Im fortgeschritteneren Verlauf der Rechenschwächetherapie unterstütze ich auch die Arbeit an den Hausaufgaben und strebe zum Ende der Rechenschwächetherapie an in Form von Mathematiknachhilfe die Lücken im Schulwissen aufzuarbeiten. ( Bisher bis Klasse 9 verschiedener Schulformen). Besonders wichtig ist mir, den Betroffenen wieder Zuversicht in ihr Können und auch Freude am Lernen zu vermitteln. Schließlich selbstständig rechnen zu können, macht freier und unabhängiger! Abgesehen von den mathematischen Problemen, gehe ich auch auf die Schwierigkeiten ein, die durch die Erfahrungen mit und durch Rechenschwäche erzeugt wurden.
Eingangsgespräch mit den Eltern oder einem Elternteil, sowie mit dem Kind oder Jugendlichen
Differential- und Förderdiagnostik, Ziele gemeinsam festsetzen
Individuelle, gemeinsame Einzelarbeit( bis zu 18 Monate mit wöchentlichen Arbeitstreffen) Mengenbegriffe und Mengenerfassung zunächst ohne Zahlen Mengenkonstanz und Mengenverhältnisse Die Zahl als Symbol Gesamtmengen und Teilmengen, Aufteilen von Mengen Automatisierungsübungen für den Umgang mit Zahlen bis 10 Addition und Subtraktion, zunächst im Zahlenraum bis 10 Zahlenraum bis 100 Einübung, auch von vereinfachenden Rechenoperationen Zeit, die Uhr lesen: Addition und Multiplikation Das Zeichen =, was bedeutet es eigentlich? Division, Divisionsaufgaben mit Rest Erweiterter Zahlenraum bis 1000 Dimensionierte Größen Stellenwertsystem, größerer Zahlenraum, Zahlenraum rechts des Kommas Dezimalszahlen Bruchrechnen, Wie kann ich mathematisch einen Krümel eines Kuchens als Bruchausdruck darstellen? Prozentrechnung, was hat das mit Dezimalzahlen und Bruchrechnen zu tun? Negative Zahlen
Gleichungen mit ein-zwei Unbekannten, einfache Funktionen Ziele der gemeinsamen Arbeit:
Wieder Zugang zum Thema Mathematik finden, für möglich halten, dass etwas begreiflich ist und sogar Freude machen kann. Versuch das Interesse für einen Bereich wieder zu finden, der oft mit Hilflosigkeit und Lästigem gleichgesetzt wurde. Normalisierung des Schulalltages und des Umgangs mit den Mathematikhausaufgaben. Ermutigen sich auf neue Methoden, neues `Werkzeug´ einzulassen, beim Umgang mit mathematischen Gegebenheiten. Eine Brücke bauen zwischen der Idee Mathematik sei nur abstrakt und den tatsächlichen im Alltag vorkommenden mathematischen Strukturen und Aufgaben. Vertrauen in neues Werkzeug aufbauen, erweitern der bisherigen Erfahrung nicht rechnen zu können, um die Erfahrung durchaus begreifen und lösen zu können. Einen anderen Umgang mit `falschen´ Lösungen und `Fehlern´ finden, diese als Chance und Normalität des Lernens einbeziehen. Ermutigen aus dem Gelernten und Erfahrenen eigenständige Lösungen für neue mathematische Probleme zu finden. Aufarbeiten der nicht strukturierten oder anders aufgefassten mathematischen Inhalte, wenn möglich, einbeziehen das dadurch nicht begriffenen Schulstoffes. Wenn dies nicht möglich ist, die Grundlage zu schaffen, um zusätzliche Nachhilfe nutzen zu können. Letztlich, begründete Zuversicht mit neu erlernten und zugelassenen Methoden in der Mathematik zu handeln, auch in der Schule und in Bezug auf neue Lerninhalten. Am Ende der gemeinsamen Arbeit sollte die Rechenschwäche sowie ihre Folgen merklich verändert oder sogar behoben sein, und einem normalen Schulalltag und einem Schulabschluss nichts mehr im Wege stehen.
Literatur:
Schwierigkeiten beim Erwerb mathematischer Konzepte im AnfangsunterrichtBericht zum Forschungsprojekt Rechenschwäche – Erkennen, Beheben, Vorbeugen; von Hans-Dieter Gerster und Rita Schulz; Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut für Mathematik und Informatik und ihre Didakten; 1998 und 2000 Grundlagen und Praxis der Dyskalkulietherapie – Diagnostik und Interventionen bei speziellen Rechenstörungen als Modell sonderpädagogisch-kinderpsychiatrischer Kooperation; Hans Grissemann, Alfons Weber; Verlag Hans Huber 2000
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