Psychologisches Büro Köln arrow Psychologische Untersuchung
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Psychologische Diagnostik ist Teil einer psychologischen Untersuchung. Die Untersuchung gliedert sich in der Regel in 3 Schritte. In einem offenen Gespräch wird der Anlass zur Diagnostik  geklärt. 
Die Wörter "Diagnose" und "Diagnostik" gehen zurück auf das griechische Verb "diagignóskein" sowie auf dessen Wortgliedstücke „dia“ (durch, hindurch, auseinander) und „gnosis“ (Erkenntnis). Diagnose oder Diagnostik kann übersetzt werden mit "gründlich kennenlernen", "entscheiden" und "beschließen". Die zum Untersuchungsanlass dazugehörende Vorschichte (Anamnese) sollte offen gelegt werden. Man macht sich ein gemeinsames Bild vom Untersuchungsanlass – man konkretisiert die jeweilige Fragestellung, man formuliert den Arbeitsauftrag, man klärt rechtliche Strukturen. Hier einige Beispiele für Fragestellungen von unseren psychologischen Untersuchungen:

    • „Wie ist die kognitive Leistungsfähigkeit des Kindes einzuschätzen? Gibt es besondere Stärken und Schwächen in seinem Begabungsprofil?“

    • „Gibt es Auffälligkeiten in seiner Persönlichkeit, die mit den Problemen mit der Mutter oder in der Schule in Zusammenhang gebracht werden können?

    • „Liegt zum Zeitpunkt der Begutachtung nachweislich eine Nichteignung seitens des Klienten in Bezug auf den Umgang mit großkalibrigen Schusswaffen und Munition im Sinne des Waffengesetzes vor?“

    • „Liegt zum Zeitpunkt der Begutachtung nachweislich eine Nichteignung seitens des Klienten in Bezug auf den Eintritt in eine Glaubens- und Lebensgemeinschaft vor? Ist der Klient nicht ausreichend belastbar und frustrationstolerant genug, um dauerhaft in einer Glaubens- und Lebensgemeinschaft zu sein?“

    • „Liegt zum Zeitpunkt der Begutachtung nachweislich eine Nichteignung seitens des Klienten in Bezug auf die Umschulung zum medizinischen Diplom-Wellnesstrainer mit dem Schwerpunkt der psychologischen Betreuung vor?“

Für den psychologischen Blickwinkel sind bei einem Gespräch nicht nur die verbalen Mitteilungen, sondern auch die non-verbalen Äußerungen relevant. Meist werden im Gespräch schon Vermutungen deutlich (Vor-Hypothesen). Oft finden das erste Gespräch und die Durchführung von psychologischen Testverfahren an zwei Terminen statt.
Je nach Fragestellung werden unterschiedliche psychologische Tests eingesetzt. Immer ist es wichtig, dass bei der Durchführung von Testverfahren eine konzentrierte, freundliche Atmosphäre besteht. Psychologische Testverfahren sollen ökonomisch eingesetzt werden. Dies zum einen, um den Menschen, der getestet wird, nicht unnötig zu belasten.

Das Psychologische Büro Köln arbeitet mit unterschiedlichen psychologischen Testverfahren. So verwenden wir einen recht allgemein ausgerichteten Aufmerksamkeits-Belastungs-Test. Die Tests zur Intelligenzmessung sind unterschiedlich ausgerichtet je nach Normgruppe (Kinder, Erwachsene), nach Art der Intelligenz (Grundintelligenz, Hochbegabung) und nach Art der Teststruktur (wir verwenden auch adaptive Intelligenz-Testverfahren). Intelligenztest können auch an Gruppen durchgeführt werden.
Speziell für das Problem der Rechenschwäche bei Kindern verwenden wir 2 unterschiedliche Testverfahren. Für die Persönlichkeitsdiagnostik verwenden wir Verfahren, bei denen mit Bildern und Geschichten gearbeitet wird. Auch diese Verfahren sind wissenschaftlich fundiert und entstammen z.T. weit zurück reichenden Traditionen der Psychologie wie die bekannte Rorschach Psychodiagnostik.
Mit den 5 von uns verwendeten verschiedenen qualitativen Verfahren führen wir Persönlichkeitsdiagnostik bei Erwachsenen und Kindern durch.

Im Bereich der psychologischen Diagnostik gelten auch allgemeine ökonomische Regeln: die Erhebung von Testdaten, die für die Beantwortung einer Fragestellung nicht notwendig sind, wird vermieden. Die psychologische Untersuchung ist gezielt auf die Fragestellung ausgerichtet. Dennoch legen wir Wert auf die Erfassung von Details im Kontext. Fragestellungen aus Schule und Erziehung, Berufseignung, Familienrecht, Verkehrstüchtigkeit, Waffengesetzverordnung u.a. sind so gut wie immer fähigkeits- und persönlichkeitsdiagnostische Fragen, die mit der persönlichen Leistungsfähigkeit, mit Reife und Entwicklung und mit der charakterlichen Zuverlässigkeit eines Menschen zu tun haben. Je nach Anlass kommen daher Leistungstests bzw. psychometrische Tests (wie Intelligenztests) und persönlichkeitsdiagnostische Verfahren (qualitative bildgebende Verfahren oder gestalterische Verfahren zum Einsatz).
Das Anwendungsfeld der psychologischen Diagnostik ist weit: Entscheidungen zum schulischen und beruflichen Werdegang bei Kindern und Jugendlichen können mit Hilfe psychologischer Diagnostik abgesichert werden (z.B. Diagnostik zur Struktur der Intelligenz sowie Leistungsdiagnostik).
Im Coaching kann psychologische Diagnostik verwendet werden, um das berufliche und soziale Potential und konkrete Kompetenzen verlässlich einschätzen zu können (z.B. Potentialanalyse, Laufbahnberatung).

Bei psychotherapeutischen Praxen steht Psychodiagnostik für soliden Qualitätsstandart. Klinische psychologische Diagnostik dient der Einschätzung des jeweiligen Behandlungsfalles bzw. der zur Spezifizierung der therapeutischen Vorgehensweise.
Für fast jede psychotherapeutische Praxis ist es zwingend, Anträge zur Kostenübernahme für die Behandlung von Patienten zu stellen. An diese Berichte bestehen hohe Qualitätsanforderungen von Seiten der Krankenkassen / Kostenträger und deren Gutachter. Bei der Erstellung von Berichten sind wir behilflich. Für Psychotherapeutinnen und –therapeuten, die diese aufwändige Berichtserstellung nicht mehr zusätzlich zum laufenden Praxisbetrieb bewältigen können, bieten wir fachliche Unterstützung.  
Psychologische Diagnostik ist vom Gesetzgeber in manchen Fällen vorgeschrieben (z.B. Eignungsdiagnostik nach § 6 Waffengesetz).
Der Untersuchungsgegenstand wird immer auch im Zusammenhang des jeweiligen Alltags und der individuellen Lebensweise betrachtet und analysiert. Das Ergebnis der Auswertung der psychologischen Testverfahren wird für die Auftrag gebende Person (oder bei Kindern deren Stellvertreter) ggf. auch vorab schon mündlich / telefonisch mitgeteilt, denn in vielen Fällen soll mit  dem Ergebnis kurzfristig eine Entscheidung gefällt werden.
Mit dem psychologischen Gutachten werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Gespräch und den Testverfahren (psychodiagnostischen Erhebungen) nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten dargestellt und der Auftrag gebende Person (oder deren Stellvertreter) in der schriftlichen Form mitgeteilt. Psychologische Gutachten werden auf der Basis von diagnostischen Durchführungen und deren Auswertung sowie nach Aktenlage erstellt. Bei der Formulierung der psychologischen Gutachten schreiben wir ‚adressatenspezifisch'. Vorwiegend jedoch orientieren wir uns an tiefepsychologisch geleiteten Konzepten. Wir beachten die unterschiedlichen inhaltlichen und formalen Anforderungen je nach Anlass und Adressat. Für Privatpersonen und Institutionen erstellen wir in der Regel komplette Gutachten. Für tiefenpsychologisch arbeitende psychotherapeutische Praxen sind wir auch im Bereich der Gutachtenhilfe und der Berichterstellung tätig.
Auf ein psychologisches Gutachten hin erfolgt oft auf Wunsch der Auftraggeber ein längeres erklärendes und abschließendes Gespräch. Je nach Anlass und Bedarf kann auf die Psychologische Untersuchung Beratung und Begleitung (Coaching oder Therapie) in mehreren Sitzungen folgen.
 

 

verwendete Literatur:

  • „Psychologie der Intelligenz-Defekte“; Adolf Busemann; Ernst Reinhardt Verlag 1959
  •  „Die Entwicklung des Zahlenbegriffes beim Kindes“ , Jean Piaget, Alina Szeminska/ Ernst Klett Verlag 1965
  • „Die Entwicklung des Kindes“; R. Murray Thomas / Birgitt Feldmann; Beltz Verlag 1986
  • „Praktische Psychologie des Schulkindes“; Rita Kohnstamm; Verlag Hans Huber 1988
  • „Didaktik der Arithmetik: Der mathematische Anfangsunterricht“; Reader, SS 1999, Schmidt/Böning
  • „Schwierigkeiten beim Erwerb mathematischer Konzepte im Anfangsunterricht; Bericht zum Forschungsprojekt Rechenschwäche – Erkennen, Beheben, Vorbeugen“; von Hans-Dieter Gerster und Rita Schulz; Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut für Mathematik und Informatik und ihre Didakten; 1998 und 2000
  • „Grundlagen und Praxis der Dyskalkulietherapie – Diagnostik und Interventionen bei speziellen Rechenstörungen als Modell sonderpädagogisch-kinderpsychiatrischer Kooperation“; Hans Grissemann, Alfons Weber; Verlag Hans Huber 2000
  •  Warum Kinder an Mathe scheitern“ , Angelika Schlotmann; Supperverlag 2004
  • Ist mein Kind hochbegabt?; B. Mähler, G. Hoffmann,2003, Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Hochbegabung: Tipps für den Umgang mit fast normalen Kindern, C. Alvarez; dtv
  • ICD 10; Verlag Hans Huber
  • Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin; Hoffmann/Hochapel; Schattauer Verlag
  • Udo Boessmann; Psychodynamische Therapie bei Kindern und Jugendlichen; Deutscher Psychologen Verlag  
  • Stavros Mentzos; Neurotische Konfliktverarbeitung; Geist und Psyche Fischer Verlag
  • Will, Grabenstedt, Völkl, Banck; Depression, Psychodynamik und Therapie;  Psychoanalytische Krankheitslehre, Kohlhammer Verlag
  • Annemarie Dührssen; Psychogene Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen; Verlag für medizinische Psychologie
  • Reinhart Lempp; Vom Verlust der Fähigkeit, sich selbst zu betrachten; Verlag Hans Huber
  • Raymon Battegay; Narzissmus und Objektbeziehungen; Verlag Hans Huber
  • D.W. Winnicott; Individuum und Familie; Kindler Verlag
  • Otto F. Kernberg; Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse
  • E.H. Erikson; Jugend und Krise; Klett Cotta Verlag
  • Jürg Willi; Die Zweierbeziehung; rororo
  • Thea Bauriedl; Beziehungsanalyse; Suhrkamp Verlag
  • Yizhak Ahren, Psychoanalytische Behandlungsformen, Bouvier Verlag
  • Werner Seifert, Der Charakter und seine Geschichten, Ernst Reinhardt Verlag
  • Eltern, Kind und Neurose; H.E. Richter; rororo
  • Fritz Riemann; Grundformen der Angst; Ernst Reinhardt Verlag
  • Sigmund Freud, Gesamtausgabe, Fischer Verlag
  • Anna Freud, Das Ich und die Abwehrmechanismen
  • Martin Dornes, Der kompetente Säugling, Fischer Verlag
  • Heinz Kohut; Die Heilung des Selbst; Suhrkamp Verlag
  • Mathias Hirsch, Psychoanalytische Traumatologie, Das Trauma in der Familie, Schattauer Verlag
  • Hohage, Analytisch orientierte Psychotherapie in der Praxis, Schattauer Verlag
  • H.E. Richter, Eltern, Kind und Neurose, rororo
  • H.E. Richter, Patient Familie, rororo
  • Watzlawik, Weakland, Fisch; Lösungen, Verlag Hans Huber
  • Watzlawik, Beavin, Jackson; Menschliche Kommunikation, Verlag Hans Huber
u.a.m.